Philippe Huttenlocher (* 29. November 1942 in Neuchâtel) ist ein Schweizer Konzert- und Opernsänger (Bariton).
Huttenlocher studierte zunächst Violine in Neuchâtel, danach Gesang bei Juliette Bise am Konservatorium in Freiburg (Schweiz). 1967 erhielt er sein Konzertdiplom mit Auszeichnung. Im Internationalen Wettbewerb für Gesang in Bratislava gewann er 1972 den ersten Preis.
Huttenlocher arbeitete zunächst mit dem
Ensemble vocal de Lausanne unter
Michel Corboz zusammen, ab 1974 erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit
Helmuth Rilling, seit 1990 mit den
Musiciens du Louvre unter
Marc Minkowski. Sein Bühnendebüt gab er 1978 am Zürcher Opernhaus im
Monteverdi-Zyklus mit der Titelpartie in
L'Orfeo. Weitere Opernrollen waren u. a.
Valentin in
Gounods
Faust,
Guglielmo in
Mozarts Così fan tutte und
Golaud in
Debussys
Pelléas et Mélisande. Huttenlocher ist bekannt für seine
Bach-Interpretationen. Sein künstlerisches Schaffen ist durch zahlreiche CD-Aufnahmen meist geistlicher Musik dokumentiert. Seit 1994 wirkt er auch als Chor- und Orchesterdirigent.
Im Spielfilm Europa des dänischen Regisseurs Lars von Trier aus dem Jahr 1991 singt Huttenlocher gemeinsam mit
Nina Hagen die Titelmusik
Europa Aria.
Huttenlocher lebt in Neuchâtel und ist verheiratet mit der Sopranistin Danielle Borst.